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Geschlechtersensible Medizin bewegt

2.150 Euro Spenden für „Girls Club Westafrika“ gesammelt

Geschlechtersensible Medizin, Spenden von Soroptimist Bielefeld

Julia Ures, Christiane Hillenhinrichs, Dr. med. Sabine Oertelt-Prigione und Stefanie Möller (v. links)

Ein inspirierender Vortragsabend zur geschlechtersensiblen Medizin lockte zahlreiche Gäste in die Räumlichkeiten der KPMG in Bielefeld. Eingeladen hatte der Soroptimist International (SI) Club Bielefeld gemeinsam mit den SI Clubs Bad Oeynhausen / Wittekindsland, Gütersloh, Detmold, Detmold – Lippische Rose, Lübbecker Land und Paderborn im Rahmen der Vortragsreihe „Frauengesundheit“.

Nach einem Get-Together eröffnete die Präsidentin des SI Clubs Bielefeld, Christiane Hillenhinrichs, offiziell den Abend. Mit einem stimmungsvollen Grußwort, hob sie die Bedeutung des Themas und den Austausch untereinander hervor. Durch das Programm führte Moderatorin Julia Ures vom SI Club Paderborn, die die Gäste souverän durch den Abend begleitete.

Höhepunkt war der Vortrag von Dr. med. Sabine Oertelt-Prigione, Professorin für Geschlechtersensible Medizin an der Universität Bielefeld. Sie erläuterte anschaulich, warum Geschlecht in allen Bereichen der modernen Medizin stärker berücksichtigt werden muss: In der Forschung, denn wir wissen über den weiblichen Körper viel zu wenig, bei dem Diagnosen, denn Frauen und Männer können unterschiedliche Symptome zeigen und auch bei den Therapien, denn die Funktionsweisen der Körper unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht, was z. B. in der Pharmakologie lange Zeit überhaupt keine Rolle gespielt hat. Prof. Oertelt-Prigione betonte die Bedeutung von Forschung, Vernetzung und institutioneller Verankerung des Themas. Auch soziale Rollenbilder verhindern oftmals korrekte Diagnosen. Die gute Nachricht des Abends war, dass eine neue Ärztliche Approbationsordnung in Sicht ist und dort geschlechtersensible Medizin verankert werden soll. Damit erhält das Thema Einzug in die medizinische Ausbildung und wird auf lange Sicht zu einer Verbesserung der Situation führen. Einen Rat hat die Referentin insbesondere für Frauen: „Nehmen Sie Ihre Beschwerden ernst und lassen sich nicht abwimmeln. Auch eine medizinische Zweitmeinung kann nie schaden.“

In der anschließenden Fragerunde nutzten viele Gäste die Gelegenheit zum intensiven Austausch mit der Referentin. Beim abschließenden Beisammensein mit kulinarischen Spezialitäten des Bielefelder Runkelkruges wurden die Gespräche in entspannter Atmosphäre fortgeführt.

Dabei konnten 2.150 € Spenden für das Projekt „Girls Club Westafrika“ von medica mondiale e.V. gesammelt werden. Das Projekt unterstützt sogenannte Safe Spaces für Mädchen in Schulen und Communities.